Brennstoffzellenzug Bremervörde


Einführung

Im Sommer 2022 startete im Netz der evb der erste dauerhafte Wasserstoffzug-Linienverkehr der Welt. Denn Wasserstoff ist Zukunft und für die Bahn begann sie 2018 in Bremervörde. Im nächsten Schritt wurde in Bremervörde 2022 die weltweit erste Wasserstoff-Betankungsanlage für den Zugverkehr eingeweiht.

2018 startete Coradia iLint seine Premierenfahrt

Unter großer Beachtung der Fachwelt startete in Bremervörde im September 2018 der mit Wasserstoff angetriebene Personenzug Coradia iLint seine Premierenfahrt, laut Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH der weltweit erste. Dank der Brennstoffzelle fährt er komplett emissionsfrei und ein leiser Elektromotor sorgt für abgasfreie Fahrt. WLAN, Steckdosen zum Aufladen von Notebooks und Handys sowie aktuelle Fahrgast-Infos auf großen Displays sind im Coradia iLint Standard und bieten mehr Komfort für die Fahrgäste.

(Quelle EVB)

An dem Projekt sind neben Alstom die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (EVB), die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) und das Gase- und Engineering-Unternehmen Linde beteiligt. Nach der Aufnahme des Pilotbetriebes im September 2018 werden in Niedersachsen jetzt weltweit erstmals Brennstoffzellenzüge regelmäßig im regionalen Passagierverkehr eingesetzt.

Der erste dauerhafte Wasserstoffzug-Linienverkehr der Welt startete im Sommer 2022 dann mit fünf Personenzügen im Netz der EVB. Seitdem werden weitere Diesel-Triebwagen gegen den Wasserstoffzug Coradia iLint getauscht. Insgesamt 14 Wasserstoffzüge hat die Landesnahverkehrsgesellschaft für 93 Millionen Euro gekauft.

Der Coradia iLint wurde in Salzgitter, dem Kompetenzzentrum für Regionalzüge und in Frankreich entwickelt. Dias Projekt „Wasserstoffzug Coradia iLint“ wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Mobilität unterstützt und von der Bundesregierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert.

Technische Daten

Der Coradia iLint wurde auf Basis des LINT 54 von Alstom zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Salzgitter und Tarbes entwickelt.

 Die Wasserstoffspeicher sind zwei 125 Kilogramm fassende 350 bar Tanks, die auf dem Dach untergebracht sind. Die Brennstoffzellen mit zwei mal 200 kW Leistung stammen von Hydrogenics. Der Antrieb stellt eine Anfahrzugkraft von 87 kN und eine Leistung von 544 kW zur Verfügung.

Als Energiespeicher sind Lithium-Ionen-Batterien mit 110 kWh Kapazität unter dem Fahrgastraum untergebracht, die von Akasol hergestellt werden. Diese puffern die von den Brennstoffzellen erzeugte elektrische Energie und können zusätzlich Bremsenergie speichern, um sie beim Beschleunigen wieder zu nutzen.

Die Reichweite soll voll aufgetankt bei 600 bis 1000 Kilometern liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 140 km/h. Der zweiteilige Zug bietet 138 Sitz- und 144 Stehplätze.

Hintergrund

Neue Wasserstofftankstelle in Bremervörde (Bild EVB)

Wasserstofftankstelle für Passagierzüge.

Das Ziel dieses Projekts bestand in der Erforschung und Entwicklung von hybriden Brennstoffzellenantriebsystemen für Schienenfahrzeuganwendungen. Dazu sollten zwei wasserstoffbetriebene Schienenfahrzeuge inklusive der dazu notwendigen Wasserstoff-bereitstellung erforscht, entwickelt und aufgebaut werden.

(Quelle:NOW – JAHRESBERICHT 2016)

Im September 2018 begann der Bau der weltweit erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge. Vertreter des Landes und der beteiligten Unternehmen fanden sich vor Ort zu einem symbolischen ersten Spatenstich ein. Das Gas-Unternehmen Linde hat den Auftrag für die Wasserstofftankstelle in der Nähe des Bahnhofs Bremervörde erhalten und wird sie ab 2022 auch betreiben.

Die Anlage verfügt über eine Speicherkapazität von 1.800 Kilogramm Wasserstoff, die sich in 64 Hochdruckspeicher mit 500 bar Nenndruck befinden. Sechs Wasserstoff-Verdichter versorgen die beiden Zapfsäulen, an denen die Züge rund um die Uhr Wasserstoff tanken können. Vorerst wird der Wasserstoff zugeliefert, später soll der Wasserstoff vor Ort mittels Elektrolyse und regenerativ erzeugtem Strom erzeugt werden – entsprechende Erweiterungsflächen für diese Anlage wurden vorgesehen.

Der Wasserstoff stammt noch aus Stader Chemiewerk

Der Wasserstoff stammt derzeit noch aus der Produktion eines Stader Chemiewerkes, von 2024 an soll dann aber vor Ort durch Elektrolyse auch „grüner Wasserstoff“ erzeugt werden, also mit Hilfe von Windkraftanlagen beispielsweise– entsprechende Erweiterungsflächen für diese Anlage wurden vorgesehen.

Updated on 16. November 2025