Die Prinzessin-Elisabeth-Insel wird eine Energieinsel

Die Prinzessin-Elisabeth-Insel wird 2024 und 2025 in Vlissingen gebaut, Blick auf einen der 23 Senkkästen (Bild: Dirk Waem/Belga)

Bau der Senkkästen für „Prinzessin-Elisabeth-Insel“ hat begonnen (Fotos Deme)

Einführung

Ende 2022 gab der belgische Netzbetreiber Elia bekannt, dass er 45 Kilometer vor Belgiens Küste eine Energieinsel bauen wird, die „Prinzessin-Elisabeth-Insel“ heißen soll. Von ihr aus sollen künftig 3,5 Gigawatt Leistung aus dem benachbarten, gleichnamigen Windpark via Seekabel nach Belgien, England, Dänemark und in andere europäische Länder fließen. Die etwa sechs Hektar große Energieinsel wird sich rund 45 Kilometer vor der belgischen Küste befinden und aus mit Sand gefüllten Senkkästen aus Beton bestehen. Ein kleiner Hafen und ein Landeplatz für Hubschrauber sind vorgesehen, damit Servicepersonal die technischen Anlagen der Insel warten können.

Bau der schwimmfähigen Senkkästen an Land und Verschiebung in ein Schwimmdock. Je nach Wasserfüllung können sie verschleppt und abgesenkt werden.

Bei der Ausschreibung des Bauprojekt konnte sich das Konsortium TM Edison bestehend aus den Wasserbau- und Offshore-Unternehmen Jan De Nul und Deme durchsetzen.

Bau der Insel

Boris Schmidt schrieb:

Im niederländischen Hafen Vlissingen ist mit dem Bau der Einzelteile für die sogenannte „Prinzessin-Elisabeth-Insel“ begonnen worden. Dabei handelt es sich um eine künstliche Insel, die in der Nordsee entstehen soll. Über sie soll der von den Offshore-Windparks erzeugte Strom gebündelt und an Land gebracht werden. Die Prinzessin-Elisabeth-Insel wird die erste „Energieinsel“ der Welt werden. Dazu werden zunächst an Land 23 sogenannte Senkkästen oder Caissons gebaut. Dabei handelt es sich um riesige quaderförmige Hohlkörper aus Beton und Stahl. Sie sind schwimmfähig und können so nach ihrer Fertigstellung an den vorgesehenen Standort in der Nordsee geschleppt werden. Dort werden sie dann exakt angeordnet und auf ein Kiesbett abgesenkt.

Die Senkkästen werden dabei so angeordnet, dass sie quaderförmig einen Innenraum mit einer Größe von etwa 24 Fußballfeldern umschließen. Dieser Innenraum kann dann leergepumpt und aufgefüllt werden, wodurch die künstliche Energieinsel entsteht. Zur Platzierung der Senkkästen wird allerdings eine ruhige See nötig sein, wie Julie De Nul von der Firma Jan De Nul betont, also niedriger Wellengang und wenig Wind. Damit soll noch diesen Sommer 2024 begonnen werden. Die Energie aus den Windparks reiche, um alle belgischen Haushalte zu versorgen, so Energieministerin Tinne Van der Straeten. Aber dazu müsse sie an Land gebracht werden, was diese Energieinsel gewährleisten werde.

Das Meerwasser wird aus dem Senkkasten gepumpt, damit er zum Verschleppen zur Insel schwimmfähig wird.

Quelle: Belgisches Rundfunk- und Fernsehzentrum der Deutschsprachigen Gemeinschaft (BRF)

Bau und Versenkung der Senkkästen

Ankunft bei der neuen Insel, es folgt die Versenkung des Betonkasten, der Innenbereich der Insel wird spätermit 3 Mio. cbm Sand aufgeschüttet

Jedes der Betonfundamente, die in Vlissingen in den Niederlanden gefertigt werden, ist etwa 60 m lang, 30 m breit und 30 m hoch und wiegt 22.000 t. Ende Juni 2023 wurde eine Umweltgenehmigung für den Bau auf dem Gelände von Verbrugge Zeeland Terminals in Bijleveldhaven erteilt. An diesem Standort im Nordseehafen werden die 23 Betonsenkkästen gebaut, zu Wasser gelassen und gelagert. In den Sommermonaten der Jahre 2024 und 2025 sollen sie dann zum Offshore-Standort geschleppt und dort versenkt werden. Anschließend soll die Insel mit Sand aufgeschüttet werden und für den Bau der elektrischen Hochspannungsinfrastruktur vorbereitet werden.

Die Arbeiten vor der Küste begannen mit vorbereitenden Ausbaggerungsarbeiten mit einem Saugbagger. Anschließend wird mit Fallrohrschiffen der Schüttdamm für die Senkkastenfundamente sowie der Erosionsschutz und die Böschung der ersten Fußschutzschicht entlang des Inselumfangs errichtet. Der letzte Arbeitsschritt vor der Installation der Senkkästen ist die Vorbereitung und Nivellierung des Filterbetts mit einem Fallrohrschiff.

Platzierung der Senkkasten

Der letzte Senkkasten für 2025 wurde bei der entstehenden Prinzessin-Elisabeth-Insel in der belgischen Nordsee platziert und markierte damit einen wichtigen Meilenstein beim Bau der weltweit ersten Energieinsel. Die Arbeiten wurden im Herbst 2025 abgeschlossen und beendeten damit die maritimen Operationen mit über 300 Einsatzkräften und einer Flotte von 15 Spezialschiffen, darunter Hubinseln, Versorgungsschiffen und Schlepper. Die Arbeiten werden 2026 fortgesetzt.

Quelle: Deme

Updated on 4. März 2026