Enowa, Elektrolyseanlage mit 2.000 Megawatt von Thyssenkrupp

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Vorstandsvorsitzender von ENOWA ist der niederländische Manager Peter Terium, von 2012 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der RWE AG (Foto ENOWA)

1. Einführung.

ENOWA, die Tochtergesellschaft von Neom wurde im März 2022 in Saudi Arabien gegründet, um die Entwicklung der nachhaltigen Energie- und Wassersysteme für die geplanten NEOM-Projeke zu leiten.

2. Hintergrund

Saudi-Arabien, der grösste Ölexporteur der Welt will sich für die Zeit nach dem Öl rüsten. Auch die IMO denkt an die Zeit nach dem Öl und hat Vorschriften erlassen, damit die Schiffe nach 2050 mit grünen Brennstoffen wie Methanol oder Ammoniak ohne CO2-Emissionen fahren. Europa geht voran, denn seit dem Jahr 2024 wird in Europa der Schiffsverkehr in den Emissionshandel einbezogen. Das verteuert den Transport mit den herkömmlichen Schweröl-Schiffen.

3. NEOM Green Hydrogen Company

Das 2017 dafür angeschobene Projekt Vision 2030 sieht eine gigantische Freihandelszone für 500 Milliarden Dollar am Roten Meer vor, die mehr als halb so gross ist wie die Schweiz.

Vision 2030 beinhaltet einen spektakuläre Masterplan für die Modernisierung des Wüstenstaates, um aus Saudi-Arabien ein vorbildliches, nachhaltiges Land zu formen. Das Projekt Neom ist der Kern, um den sich viele Bereiche von der Architektur bis zum Transport und Verkehr drehen. Dafür wurde 2017 von Neom mit ACWA Power sowie Air Products die NEOM Green Hydrogen Company gegründet, um Wasserstoff und Ammoniak aus Solar- und Windstrom zu produzieren. ENOWA wird als Neom-Tochter die Energie- und Wasserprojekte leiten. Vorstandsvorsitzender von ENOWA ist der niederländische Manager Peter Terium, von 2012 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der RWE AG.

Elktrolyseure von Thyssenkrupp (Bild Tyssenkrupp)

4. Aufgaben und Ziele von ENOWA

Dabei geht es um die Energie- und Wasserversorgung der zukünftigen Neom-Projekte, um die neu gestaltete Industriestadt Oxagon und um die Idee zum nachhaltigen Bergtourismus der Region Trojena. Am Beispiel der Stadtentwicklung von The Line, die sich seit der Ankündigung drastisch von einer futuristischen Utopie zu einer pragmatischeren, stark verkleinerten Realisierung entwickelt hat. Aus den ursprünglichen Plänen einer 170 Kilometer langen, 500 Meter hohen und 200 Meter breiten durchgehend spiegelverkleideten Stadt mit Wohnraum für bis zu 9 Millionen Menschen sind nun lediglich ca. 2,4 Kilometer geworden.

Ein Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle zukünftigen Einwohner und Industrien von Enowa mit 100 % erneuerbarer Energie und Wasser und Abwasser versorgt und entsorgt werden. Das andere Ziel ist eine zukünftige nachhaltige Energieerzeugung, um eine Exportalternative nach dem Öl aufzubauen.

 Ankunft und Verladung des Śchiffs-Motors in Kopenhagen, der  als Versuchsmotor für Ammoniak  als Kraftstoff dient (Quelle MAN)

Dank seiner Lage im Nordwesten von Saudi-Arabien bietet das Gebiet von Neom eine einzigartige Landschaft, um sowohl Solar- als auch Windenergie in einem idealen System zu nutzen und den Weg zu sauberer Energie zu optimieren. 4 Gigawatt aus Sonne und Wind werden die im Bau befindlichen Produktionsanlagen für grüne Energieträger vspeisen. Riesige Batteriespeicher sollen für eine kontinuierliche Stromversorgung und Produktion sorgen, um auch in der Nacht bei wenig Wind ausreichend Strom zu haben.

5. Wasserstoff und Ammoniak

Die Elektrolyseanlage mit 2.000 Megawatt Nennleistung produziert etwa 650 Tonnen grünen Wasserstoff pro Tag und besteht aus 120 einzelnen Elektrolyseuren vom Typ ElementOne. Das ist die  Neuentwicklung eines 20 Megawatt-Wasserelektrolysemoduls für alkalisches Wasser von Thyssenkrupp zum Aufbau der Anlage in Neom, Saudi-Arabien. Sie wurde im Rahmen des F&E-Projektes ElementOne – Entwicklung eines 20 Megawatt-Wasserelektrolysemoduls sowie Aufbau und Qualifizierung der Anlage in Neom, Saudi-Arabien“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK.IIC6) mit 1,5 Mio. € gefördert. Dabei handelt es sich um einen PEM-Elektrolyseur (Protonenaustauschmembran-Elektrolyseur).

Daraus entsteht der weltweit erste grüne H2-Elektrolyseur mit 2 GW Nennleistung. Nach dem geplanten Produktionsstart im Jahr 2026 werden aus Wasserstoff und mit Stickstoff aus der Luft, der von der Air Products-Anlage geliefert wird, rund 1,2 Millionen Tonnen grünen Ammoniak pro Jahr produziert. Von Air Products als ausschließlichen Abnehmer wird das Ammoniak in Saudi-Arabien gespeichert, verteilt und weltweit, auch nach Deutschland exportiert, um es als Treibstoff und zur Rückverwandlung in Wasserstoff zu nutzen. Dafür wird in Deutschland ein Importterminal für grünes Ammoniak am bestehenden Hamburger Tanklager von Mabanaft gebaut.

Vision der Stadt Neom (Quelle  Neom)

Zu den Wassersystemen gehören auch die Meerwasser-Entsalzungsanlagen, die zur Trinkwassererzeugung mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Die bei dem Entsalzungsprozess anfallende Sole soll in einem Kreislaufprozess zur Gewinnung von hochreinem Gewerbesalz, Brom, Bor, Kalium, Gips, Magnesium und seltenen Metallen dienen.

 6. Joint Venture mit Air Products und ACWA Power

Enowa vertritt Neom als Hauptanteilseigner der derzeit im Bau befindlichen Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff und grünes Ammoniak in einem gleichberechtigten Joint Venture mit Air Products und ACWA Power.

Updated on 10. März 2026