Lloyd Werft, Bau des Wesertunnels

Quellen: buten un binnen, Deges, Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, Lloyd Werft

Blick von oben auf eines der zwei im Bau befindlichen Tunnelelemente im Kaiserdock II der Lloyd Werft Bremerhaven

1. Einführung

Die Lloyd Werft in Bremerhaven ist ab 2024 für etwa zwei Jahre mit dem Projekt Wesertunnel (A 281)  für den Bau der Absenktunnel-Elemente beschäftigt. Die Lloyd Werft fungiert als Produktionsstätte für die von der Zech-Gruppe und Wayss & Freytag beauftragten Betonelemente. Es werden sechs massive Stahlbetonsegmenten im Kaiserdock II entstehen. Das Dock wurde dafür umgerüstet und die Bodenstruktur wurde mit Sand und Kies eingeebnet. Im Oktober 2025 wurden die ersten zwei Elemente ausgeschwommen und durch die Kaiserschleuse und über die Weser nach Bremen geschleppt

2. Wesertunnel Bremen

Bundesautobahn 281 mit dem Wesertunnel und der Anbindung an die A 27 und A 1.

Der Wesertunnel Bremen ist ein seit 2019 im Bau befindlicher Autobahntunnel auf dem Gebiet der Stadt Bremen. Durch ihn soll die Bundesautobahn 281 die Weser unterqueren. Der Tunnel wird eine Länge von 1095 Metern haben. Der Wesertunnel soll als Absenktunnel realisiert werden, hierbei werden Tunnelelemente im Einschwimm- und Absenkverfahren in Position gebracht.

Blick von oben auf das Kaiserdock II mit den beiden begonnenen Tunnelelementen. Im weißen Gebäude oben rechts befinden sich die Pumpen zur Entleerung des Trockendocks.

Mit dem Tunnelbau soll eines der größten Verkehrsprojekte in der Nordwest-Region beendet werden. Die Unterquerung der Weser ermöglicht die Verbindung von bereits vorhandenen Teilstrecken der A 281. Die Autobahn soll künftig auf bremischen Stadtgebiet die A27 mit der A1 verknüpfen. Die Strecke soll voraussichtlich 2030 für den Verkehr freigegeben werden.

3. Tunnelelemente des Absenktunnels entstehen in der Lloyd Werft

Zum Bau des Tunnels wird in der Weser ein Graben ausgebaggert, um darin die vorgefertigten Tunnelelemente absenken und miteinander verbinden zu können. Die einzelnen Tunnelelemente sind jeweils 120 Meter lang, 9,40 Meter hoch und 22.000 Tonnen schwer.  Insgesamt werden für den Bau sechs je 120 Meter lange Stücke benötigt, wie ein Sprecher des zuständigen Bauunternehmen Deges sagte. Die ersten zwei von insgesamt sechs Betontunnelröhren wurden im Kaiserdock II der Lloyd Werft Bremerhaven fertiggestellt und Anfang November 2025 wurden sie nach Bremen geschleppt. Auch die restlichen vier Tunnelelemente entstehen im Kaiserdock II Lloyd Werft.

4.  Bau des Tunnels

Der Tunnel soll über vier Fahrstreifen verfügen und kommt auf eine Länge von fast 1,1 Kilometer. Etwas mehr als 700 Meter gehören zum sogenannten Absenktunnel, jeweils 200 Meter zum offenen Tunnel auf der Nord- und der Südseite. Die Kosten für den Bauabschnitt an der Weserquerung belaufen sich nach Deges-Angaben auf rund eine Milliarde Euro. Dabei entfällt allein auf die Wesertunnel-Röhren ein Auftragsvolumen in Höhe von 775 Millionen Euro – womit sich die Kosten seit Beginn der Planung mehr als verdoppelt haben. Die Summe wird aller Voraussicht nach aber noch steigen.

Laut Planung sollen die Tunnelbauer im Sommer 2027 anfangen, die fertigen Betonröhren in der Weser zu versenken. Voraussichtlich ab 2029 soll dann die A281 mit dem Wesertunnel von der A27 bis zum Flughafen und später zur A1 führen. Die Deges geht für den Bereich der Weserquerung von einer Verkehrsfreigabe im Jahre 2030 aus. In Zukunft sollen dann Berechnungen zufolge täglich rund 42.000 Autos und Lastwagen die Weser durch den Tunnel queren.

Blick von oben auf die Verschleppung der ersten absenkt Elemente (Bild: Radio Bremen)

Updated on 8. März 2026