Titan LNG

Titan LNG, hat seinen Namen im Juni 2022 in Titan umbenannt.

Eigentümergesellschaft der neuen Ostsee-Pipeline nach Russland, ist insolvent

Nord Stream 2 hat nach Angaben des Schweizer Wirtschaftsministers Guy Parmelin bereits die Arbeitsverträge mit den mehr als 140 Mitarbeitern gekündigt. Nord Stream 2 ist eine Tochtergesellschaft des russischen Gazprom-Konzerns und hat ihren Hauptsitz in Zug gut 30 Kilometer südlich von Zürich. Das elf Milliarden Dollar schwere Pipeline-Projekt war aber zur Hälfte von den Energie- und Ölriesen Shell, OMV, Engie, Uniper und Wintershall DEA finanziert.

Die Arbeitsverträge der mehr als 140 Mitarbeiter wurden bereits gekündigt. Nach dem Stopp der Ostsee-Pipeline ist die schweizerische Eigentümergesellschaft insolvent. Die Nord Stream 2 AG mit Sitz in Zug habe „die Bilanz deponieren“, also Konkurs anmelden müssen, sagte die Regierungsrätin des Kantons Zug, Silvia Thalmann-Gut, dem Sender SRF. Vor einer Woche hatten die USA wegen des Konfliktes mit Russland das Unternehmen mit Sanktionen belegt.

Quelle:tagesschau.de

Stand: 01.03.2022 18:54 Uhr

Was passiert mit Nord Stream 2?

Preisstützend wirkt die Tatsache, dass die Betriebserlaubnis für Nord Stream 2 weiter aussteht. Durch die Ostsee-Pipeline sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland fließen. Mitte November hat die Bundesnetzagentur das Zertifizierungsverfahren der Nord Stream 2 AG „als Unabhängiger Transportnetzbetreiber“ allerdings ausgesetzt, bis die Organisation in einer Rechtsform nach deutschem Recht erfolgt.

Und es wird noch komplizierter. Selbst wenn die Bundesnetzagentur grünes Licht gibt, steht eine Prüfung durch die EU-Kommission an. Laut europäischer Gasrichtlinie hängt die Genehmigung davon ab, ob Leitungsbetrieb und Gasvertrieb ausreichend getrennt sind. Aus Regierungskreisen war zu hören, dass gemäß Koalitionsvertrag für Nord Stream 2 europäisches Energierecht gelte – und die Bedingungen derzeit nicht erfüllt seien. Insgesamt wird sich ein möglicher Start der Gaslieferungen noch einmal deutlich verzögern.

Die Pipeline muss einheitliche Gasmarkt-Regeln in Deutschland befolgen, urteilte ein Gericht im Sommer. Nun zieht der Betreiber vor den Bundesgerichtshof – und füllt die Röhre schon mal.

Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf

Die einen bereiten schon alles vor, während die anderen noch über Regeln streiten: Dieser Eindruck entsteht derzeit um die Pipeline Nord Stream 2. Der russisch-europäische Betreiber füllt seit Montag erstes Gas in die neu gebaute Ostseeleitung von Russland nach Vorpommern. Dies sei die Voraussetzung für technische Tests, heißt es von der gleichnamigen Projektgesellschaft Nord Stream 2. Dabei wird noch immer gestritten, welchen Regeln der Betrieb unterliegen soll.

So urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf im August, dass Nord Stream 2 auf den letzten Kilometern in deutschem Hoheitsgebiet der EU-Gasmarkt-Regulierung unterliegt. Diese sieht beispielsweise vor, dass der Transport und die Förderung von Erdgas voneinander getrennt sein müssen. Im konkreten Fall nicht trivial: Der russische Gazprom-Konzern ist sowohl großer Gasproduzent als auch größter Finanzier von Nord Stream 2. Doch nun muss sich die Projektgesellschaft zunächst als unabhängiger Netzbetreiber zertifizieren lassen. Das hat Nord Stream 2 im Juni zwar beantragt, doch eine Entscheidung wird erst in etwa drei Monaten erwartet. Die Regulierung verlangt zudem, dass die Pipeline hierzulande Teil des einheitlichen Gasmarkts wird.

Der Betreiber würde sich derlei Aufwand gern sparen: Nord Stream 2 hat beim Bundesgerichtshof Beschwerde gegen das OLG-Urteil eingelegt, wie nun bekannt wurde. Die Firma sieht sich benachteiligt, weil die EU erst 2017 entschieden hat, dass auch Verbindungsleitungen aus Drittstaaten fortan der Regulierung unterliegen. Dabei gilt eine Ausnahme für Pipelines, die 2019 bereits fertiggestellt waren. Zu dem Stichtag hatte Nord Stream 2 zwar schon Milliarden verausgabt und Rohre verlegt, doch fertig war der Bau noch nicht.

Der neue Name soll kennzeichnen, dass Titan alle Kraftstoffe wie z. B. verflüssigtes Biomethan (LBM) und alle künftigen grünen Kraftstoffe auf Wasserstoffbasis liefert, die die Schifffahrt und Industrie erheblich dekarbonisieren.

LNG-Betankung durch Titan LNG des mit 20.000 t weltweit stärksten Kranschiff Sleipnir, für 1 Mrd. $ bei der Jurong Shipyard in Singapur für Heerema gebaut (Quelle Titan LNG)

Nordstream 2

Russische Gasflüsse Richtung Nordwesteuropa

Die Pipeline muss einheitliche Gasmarkt-Regeln in Deutschland befolgen, urteilte ein Gericht im Sommer. Nun zieht der Betreiber vor den Bundesgerichtshof – und füllt die Röhre schon mal.

Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf

Die einen bereiten schon alles vor, während die anderen noch über Regeln streiten: Dieser Eindruck entsteht derzeit um die Pipeline Nord Stream 2. Der russisch-europäische Betreiber füllt seit Montag erstes Gas in die neu gebaute Ostseeleitung von Russland nach Vorpommern. Dies sei die Voraussetzung für technische Tests, heißt es von der gleichnamigen Projektgesellschaft Nord Stream 2. Dabei wird noch immer gestritten, welchen Regeln der Betrieb unterliegen soll.

So urteilte das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf im August, dass Nord Stream 2 auf den letzten Kilometern in deutschem Hoheitsgebiet der EU-Gasmarkt-Regulierung unterliegt. Diese sieht beispielsweise vor, dass der Transport und die Förderung von Erdgas voneinander getrennt sein müssen. Im konkreten Fall nicht trivial: Der russische Gazprom-Konzern ist sowohl großer Gasproduzent als auch größter Finanzier von Nord Stream 2. Doch nun muss sich die Projektgesellschaft zunächst als unabhängiger Netzbetreiber zertifizieren lassen. Das hat Nord Stream 2 im Juni zwar beantragt, doch eine Entscheidung wird erst in etwa drei Monaten erwartet. Die Regulierung verlangt zudem, dass die Pipeline hierzulande Teil des einheitlichen Gasmarkts wird.

Der Betreiber würde sich derlei Aufwand gern sparen: Nord Stream 2 hat beim Bundesgerichtshof Beschwerde gegen das OLG-Urteil eingelegt, wie nun bekannt wurde. Die Firma sieht sich benachteiligt, weil die EU erst 2017 entschieden hat, dass auch Verbindungsleitungen aus Drittstaaten fortan der Regulierung unterliegen. Dabei gilt eine Ausnahme für Pipelines, die 2019 bereits fertiggestellt waren. Zu dem Stichtag hatte Nord Stream 2 zwar schon Milliarden verausgabt und Rohre verlegt, doch fertig war der Bau noch nicht.

(Quelle SZ  5. Oktober 2021 Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf )

 

Titan LNG

Karl-Heinz Hochhaus


Einführung

Diesen Beitrag habe ich mit weniger Bildern und etwas weniger Text MItte Februar 2021 in Wikipedia hochgeladen, wurde jedoch wegen mangelnder  Relevanz am 21. Feb. 2021 gelöscht. Da LNG für die Schifffahrt jedoch ein wichtiger Übergangstreibstoff ist, bis die grünen Kraftstoffe Methanol oder Ammoniak sich durchsetzen, habe ich den Beitrag „Titan LNG“ auf meiner Homepage veröffentlicht.

Ein Blick von oben auf die beiden LNG-Bargen von Titan LNG (Quelle Titan LNG)

Die LNG-Versorgung in den nordwesteuropäischen  Häfen erfolgten anfangs mit dem Tank-Lkw. Mit den größer werdenenden Schiffen reichten die kleinen Mengen nicht mehr aus und die ersten LNG Bunkerschiffe übernahmen diese Aufgabe. Hier spielt die Firma  Titan LNG eine Pionierrolle, deren Aktivitäten und Schiffe vorstehend .beschrieben werden.

Titan LNG ist ein niederländisches Unternehmen, es ist ein Pionier im LNG-Bunkergeschäft und ist für die  Häfen von Rotterdam bis Hamburg relevant für die Lieferung und Versorgung von See- und Binnenschiffen mit Flüssigerdgas (LNG).

In Deutschlands Häfen gab es (2021) keine LNG-Bunkerboote oder LNG-Bunkerstationen. Die Lieferung von LNG erfolgte anfangs per LKW zum Schiff, das ist auch heute in vielen der kleineren Häfen üblich. LNG-Tank-Lkw mit 20-40 Kubikmeter Rauminhalt holen das LNG von Bunkerstationen bzw. LNG-Terminals aus belgischen oder niederländischen Häfen.

Gemeinsam mit dem Terminal-Unternehmen Fluxys baut die Titan LNG derzeit mit dem LNG-Bunkerboot-Prototyp FlexFueler001 und charterte eine Flotte von Spezial-Bunkerschiffen, die sich durch vielseitige Möglichkeiten auszeichnen.Titan LNG hat das Ziel, gemeinsam mit Partnern ein globales Versorgungsnetz zum Bebunkern von Schiffen aufzubauen.

LNG-Terminals sind wegen dem Bau der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 in Deutschland ein Politikum. Die deutsche Bundesregierung hatte den USA jedoch in Aussicht gestellt, dass in Deutschland eine LNG-Infrastruktur entsteht.

„Deutsche  Lng Projekte“ in https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energieversorgung-entwicklung-der-gasmaerkte-belastet-deutsche-lng-projekte/26010274.html?ticket=ST-3052595-DeMsYb9eQVq3DNld24ud-ap3

Die Aidasol wird im Hafen Hamburg von der LNG-Barge Hummel (unten rechts) mit Strom versorgt (Foto Dr. Hochhaus)

Die Aida-Gruppe der britisch-amerikanischen Carnival Corporation & plc. hat diese Entwicklung in 3 Schritten auf drei ihrer Kreuzfahrtschiffe durchgeführt. Aida gilt bei den Kreuzfahrtreedern als Pionier zum Thema LNG und begann mit der AIDAsol ebenfalls 2015, jedoch mit der indirekten LNG-Nutzung. Dazu diente im ersten Schritt die LNG-Hybrid-Barge Hummel, die mit dem Treibstoff LNG Strom produzierte und mit einer unterirdischen Kabelverbindung zur AidaSol leitete. Das LNG für die Hummel wurde ebenfalls vom Lkw gebunkert. Damit erfolgte die Stromversorgung der AidaSol im Hafenbetrieb mit LNG.

Im zweiten Schritt wurde die 2016 abgelieferte  AIDAprima neben  den drei konventionellen Schiffsdieselmotoren mit einem  vierten  kombiniertern Diesel-/Gasmotor ausgestattet. Der 12-Zylinder-V-Motor des Typs Caterpillar-MaK VM46DF wurde auf der Basis der Baureihe M43C entwickelt, arbeitet nach dem Dieselprinzip und bei Gasbetrieb nach dem Prinzip eines Zündstrahlmotors. Während der Liegezeiten in Häfen kann er auf Gasbetrieb umgeschaltet werden, arbeitet dann nahezu rußfrei und reduziert somit die Feinstaubbelastung der Luft in den Häfen.  In Hamburg erfolgte die direkte Versorgung mit LNG aus einem Lkw, denn diese Art des Bebunkerns stellte bis vor kurzem die häufigste Art in Deutschland und Europa dar, denn zu dieser Zeit gab es keine LNG-Bunkerschiffe.

Im dritten Schritt wurde mit der AIDAnova 2018 das weltweit erste Kreuzfahrtschiff in Dienst gestellt, das vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann.

Seit 2017 steht das LNG-Bunkerschiff Cardissa für mit LNG-betriebene Schiffe zur Verfügung.

Das LNG-Bunkerschiff Cardissa hat den gerade fertig gestellten Neubau Aidanova im Oktober 2018 zum ersten Mal in Eemshaven betankt (Foto Titan LNG)

Im Hafen von Teneriffa hat die aus Antwerpen gekommene Cardissa hat Aidanova versorgt und pumpte über Nacht in acht Stunden rund 2.100 Kubikmeter LNG in die Tanks der Aidanova. Das wäre mit Tank-Lkws nicht zu schaffen gewesen. Die AidaNova kann in ihren drei Tanks rund 3500 Kubikmeter LNG bunkern, das soll rund zwei Wochen reichen.

https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/AIDAnova-Kreuzfahrtschiff-wird-erstmals-mit-LNG-betankt. „AIDAnova-Kreuzfahrtschiff wird erstmals mit LNG betankt“

Die Greenstream bunkert in Mannheim (Foto Hafen Mannheim)

3. Binnenschiffe bunkern LNG

Das erste Binnenschiff in Deutschland wurde am Rhein im Jahr 2013 im Hafen Mannheim aus einem Lkw bebunkert.Mit dem Treibstoff LNG betriebene Schiffe gelten in der Binnenschiffahrt als saubere Binnenschiffe. Mit einem gültigen Green Award-Zertifikat bekommen sie einen fünfzehn- bis dreißig-prozentigen Nachlass auf die Hafengebühren.

 Inzwischen ist auch in der Binnenschiffahrt das Interesse gestiegen und den Binnenschiffern wurde deutlich, dass LNG eine Brückenfunktion zum CO2-neutralen Schiffsbetrieb einnimmt. Die Relevanz einer LNG-Bunkerinfrastruktur führte 2013 zum Projekt „LNG Masterplan für Rhein-Main-Donau“, das mit finanzieller Unterstützung des EU-Programms „Transeuropäische Netze“ (TEN-V) den Aufbau einer LNG-Infrastruktur für die europäische Binnenschifffahrt zum Ziel hatte

Ein Ergebnis war die Standardisierung und Erstellung einer “Prüfliste für das Bunkern von Flüssigerdgas Lkw – Schiff“ der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt. Denn anfangs erfolgte diese Bunkerung vom Lkw nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Seither wurden an den Binnenwasserstraßen mehrere LNG-Tankstellen für Binneschiffe gebaut und eröffnet. Köln hat ebenso wie Duisburg eine LNG-Bunkeranlage für die Schifffahrt eingerichtet, und auch im Hafen Nürnberg können Schiffe seit kurzer Zeit LNG bunkern.

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/G/MKS/studie-marktreife-erdgasmotore-schifffahrt.pdf?__blob=publicationFile, „Studie über die Marktreife von Erdgasmotoren in der Binnen-und Seeschifffahrt“

Engie Zeebrugge später LNG Zeebrugge (Foto Titan LNG)

4. Bunkerschiffe für die See- und Binnenschifffahrt

Im Juni 2019 wurde mit dem FlexFueler 001 der Prototyp der geplanten LNG-Bunker-Flotte für die Versorgung von Binnenschiffen und Seeschiffen in Betrieb genommen. Im Dezember 2020 erfolgte die Auslieferung des Schwesterschiffes FlexFueler 002. Beide Bunkerschiffe beruhen auf einer Barge-Konstruktion und wurden von der niederländischen Werft Kooiman Marine mit Sitz in Zwijndrecht abgeliefert. Die FlexFueler 002 wurde in Europas zweitgrößtem Seehafen [[Antwerpen]] stationiert und kann ebenfalls See- als auch Binnenschiffe mit LNG versorgen. Sie haben ein Rauminhalt von 1500 m³ und können rund 600 m³ pro Stunde übergeben.

Von Engie wurde 2021 das Bunkerschiff Engie Zeebrugge langfristig gecharter und in LNG Zeebrugge umbenannt.

5. Zusammenfassung

Die LNG-Versorgung in den nordwesteuropäischen  Häfen erfolgten anfangs mit dem Tank-Lkw. Mit den größer werdenenden Schiffen reichten die kleinen Mengen nicht mehr aus und die ersten LNG Bunkerschiffe übernahmen diese Aufgabe. Hier spielt die Firma  Titan LNG eine Pionierrolle, deren Aktivitäten und Schiffe vorstehend .beschrieben werden.

Engie Zeebrugge später LNG Zeebrugge versorgt den Autotransporter Auto Eco (Foto Titan LNG)

Updated on 16. November 2025